"Gedicht-Schatztruhe"

Gedichte - alphabetisch nach Stichworten sortiert

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Bewusstsein

Gedichtpaket "Bewusstseinsklärung"

Philosophische Bewältigung

Man muss im Grunde
schon ein Philosoph sein,
um dem Lauf dieser Welt
noch einen inneren Sinn abzuringen.
Die Kluft zwischen Arm und Reich,
zwischen Elend und Wohlstand,
zwischen Kriegereien und echtem Frieden
wird immer weiter und unüberbrückbarer.
Und keine Macht der Welt
scheint dazu in der Lage,
hier ordnend einzugreifen,
um bei denen, die sich mühen,
für Beruhigung zu sorgen,
dass dennoch alles
ein gutes Ende nehmen wird.

Koexistenz

Ausgelassene Fröhlichkeit
und tiefe Traurigkeit
können nebeneinander
anscheinend nur dann bestehen,
wenn die Erstere
die Zweite zu verwinden vermag,
ohne dass sie jener vollkommen erliegt
und die Zweite die Erstere tolerieren kann
im Bewusstsein, dass die Erstere
die Zweite zu tilgen bemüht ist.

Tatkraft

Wir verlassen uns nicht mehr auf die Hilfe
eines Größeren, Höheren, Stärkeren über uns,
sondern tun selbst auf Erden,
was uns menschenmöglich erscheint,
um das Leben hier für andere
– und uns selbst – erträglicher zu machen.

Lebensernst

Bei allen Aufheiterungen,
die das Leben uns bietet,
bildet sich in uns ein Lebensernst,
der auf Heiterkeiten nicht mehr
überschwänglich reagiert,
doch auch dunklen Stunden
gefasster und gelassener entgegengeht.

Wesentliche Trennung

Es ist wesentlich,
sich von dem zu trennen,
was für uns keinen Wert
in sich trägt,
um sich dem zuzuwenden,
was uns innerlich weiterbringt,
um hierfür genügend Zeit zu haben.