"Gedicht-Schatztruhe"

Gedichte - alphabetisch nach Stichworten sortiert

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Leben

In der Brandung

In der Brandung des Lebens
auch gegenüber mächtigen Wogen
Haltung zu bewahren,
standhaft zu bleiben,
treu zu Grundsätzen zu stehen,
die wir für richtig und geboten halten
– dies ist echte Lebenskunst und – kultur.

Lebenshunger

Der Hunger nach Leben
weckt uns.
Ist dieser gestillt,
können wir beruhigt
weiterschlafen.

Lebensreise

Wir sitzen auf gepackten Koffern.
Wo wir noch leben,
sind wir bisweilen nicht mehr heimisch.
Unser Ziel liegt noch
im Dunst der Ferne.
Wir harren auf die Abreise
und versuchen, die Zeit bis dahin
sinnvoll auszufüllen.

Verborgenes Dasein

Sind wir bislang nicht zu entdecken,
heißt dies nicht, dass wir uns verstecken.
Wir sammeln Kraft zum Weiterleben,
um anderen erneut zu geben,
was sie im Leben hält und trägt :
ein Dasein, das die Hoffnung prägt.

Lebenskunst

Viel Lebenskunst liegt im Bemühen,
trotz Widrigkeiten doch zu blühen.
In der Natur wie auch im Leben
– hier können jene Beispiel geben,
die sich durch nichts beirren lassen
und ihren Augenblick erfassen,
um dann zu blühen, wenn es gilt.
Dies schafft so manches Zauberbild.

Schwindende Lebenskraft

Es ist wohl allen vorgegeben :
Die Kraft entschwindet, fortzuleben.
Es kostet Mühe, sich zu halten
und jene Kräfte zu gestalten,
um jeden Tag neu zu bestehen,
Ein Ende ist bald abzusehen.
Bis dahin wollen wir genießen
die Früchte, die uns weiter sprießen.
Wir schätzen nun in Dankbarkeit
die uns verbliebene Lebenszeit.

Lebens-Strom

Des Lebens Strom fließt in zwei Schichten,
die wir –genau besehen – sichten.

Die Oberfläche prägen Wellen,
die uns vor die Entscheidung stellen,
mit ihnen willensstark zu ringen
und sie mit Mühe zu bezwingen.

Die Tiefe prägt ein stilles Treiben,
in dem wir ganz gelassen bleiben,
ganz gleich, was sich uns in der Welt
auf unserem Weg als Prüfung stellt.

Nur wer uns wirklich kennt, versteht,
was in dem Innern vor sich geht.

Neue Räume

Das Leben öffnet neue Türen,
wenn Räume uns nicht weiterführen.
Es schließt auch hinter uns die alten,
in denen wir uns nicht entfalten.

Wenn Einsicht in uns Raum gewinnt,
wo wir nun ganz zu Hause sind,
empfinden wir ein tiefes Glück
und sehnen uns nicht mehr zurück.

Lebenswenden

Wir erfahren Lebenswenden,
wenn gewisse Phasen enden.
Nunmehr gilt es zu bekennen,
wovon wir uns deutlich trennen.
Hierdurch wird der Weg auf Erden
leichter, weil befreiter werden.
Anstatt manchem nachzutrauern,
gar die Trennung zu bedauern
sich nach vorne auszurichten
öffnet uns ganz neue Sichten.

Verfehlter Eifer

Eifer, alles zu gewinnen
höhlt uns aus. Die Leere innen
lässt uns mit der Zeit verspüren:
vieles, wofür wir uns rühren,
ist der Mühe doch nicht wert.
Leben wird nun unbeschwert.