"Gedicht-Schatztruhe"

Gedichte - alphabetisch nach Stichworten sortiert

 A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  XYZ 

Über die Buchstaben gelangen Sie zu meinen gesammelten Gedichten - von A bis Z nach Stichworten und Themenbereichen sortiert.

Die neuesten Gedichte aus der Schatztruhe

Literarische Ernte

aus Bad Reichenhall

21. - 25.02.2017

Des Bürgermeisters Los

Die Bürgermeister sind im Land
Ja meist "Mädchen für allerhand"!
Sie prüsten sich zu Recht bei Ehr' ,
doch halten auch für alles her
und stehen dann für alles schief,
was im Rathaus nicht so lief.
Der Grat ist schmal in jedem Fall.
Gelingt er, sieht man's überall.
Im andern Fall kommt's , dass der schwitzt,
der allzu fest im Sattel sitzt.
Die Presse, die ihn erst noch ehrt,
im zweiten Fall sein Amt erschwert
– sie hat bei Menschen solcher Art
am Ende noch den leichteren Part.

Ehrlich gesagt

Bei Geburtstagen, den runden
hast du es manchmal empfunden:
Du bist dazu hingegangen
aus Verbundenheit, Verlangen,
mit Geschenk, um das zu pflegen,
was dir wert ist, es zu hegen.
Die dort reich bewirtet waren,
können es zu Haus erfahren:
Dort ersparst du dir das Essen,
weil die Mägen nicht vergessen.
Ohne Geiz dies anzunehmen,
ohne sich deshalb zu schämen
– dies ist Ausgewogenheit,
aus Vernunft und Dankbarkeit.

Flecken

Flecken sind bislang ein Makel
und für manche ein Debakel.
Hemd und Hose oder Decke
stechen unseren Blick durch Flecke.
Dabei gibt es größere Nöte,
denen man die Stirne böte,
als sich höllisch aufzuregen
eines schnöden Fleckes wegen.
Auch wenn sie uns überraschen
– Flecken sind zumeist zu waschen,
während echte Makel bleiben.
Statt sich daran aufzureiben,
gilt es, mit ihnen zu leben,
nicht zu viel Bedeutung geben.
Mancher kann mit sich allein
selbst befleckt im Reinen sein.

Garten als Spiegelbild

Ein Garten spiegelt unsere Welt.
Das Bild, das er von uns enthält,
entspricht ganz unserer Natur.
Er zeichnet unseres Wirkens Spur.
Ein waches Auge sichtet klug
in ihm jenen Charakterzug,
der unser ganzes Leben prägt
und darauf die Gewichte legt,
dass hier das keimt, wächst und gedeiht,
was uns entspricht und unserer Zeit.

Geduldige Neuorientierung

Wenn wir bislang mit Ideen
trotz Bemüh'n alleine stehen,
was wir bitterlich erfahren,
müssen wir sie uns bewahren,
bis sie einst an anderen Plätzen
andere umso tiefer schätzen.
Es empfiehlt sich, im Bemühen,
wofür wir auch weiter glühen,
uns auf Felder zu verlegen,
wo wir eher was bewegen,
als vergeblich sich im Treiben
ohne Echo aufzureiben.
Wenn wir Ausrichtung neu lernten,
würden wir auch Früchte ernten.

Innerer Zwist

Wie nur durch Geschäfte laufen,
ohne wirklich was zu kaufen,
Händlern bei so schönen Sachen
dennoch keine Hoffnung machen ?
Keimt vor Ort noch guter Wille,
bremst zu Hause ihn die Fülle,
weil wir doch bei all den Gaben
schon zu viel hier liegen haben.

Letzte Möglichkeit

Nur noch   N a t u r   s e l b s t   kann sich wehren,
dass wir sie allzu sehr verheeren,
mit Unbilden, die sich erheben
und hierdurch uns zu denken geben,
sodass wir nur noch durch Besinnen
Einsicht und Zuversicht gewinnen,
um sie behutsam zu gestalten
und denen nach uns zu erhalten.

Sinnvolle Gangart

Wege recht bedächtig gehen
Lässt am Wegrand vieles sehen,
was uns auffällt im Verweilen.

Statt dass wir vorübereilen,
heißt es bislang innehalten,
will ein Zauber sich entfalten.

Wenn wir danach weiterziehen,
wir in uns der Zauber blühen,
tief uns im Gedächtnis bleiben,
uns dem Ziel entgegentreiben.

Späte Erkenntnis II

Wir geben manches gerne weg,
erfüllt es derzeit nicht den Zweck.
Kommt überraschend es zurück,
erfüllt es dennoch uns mit Glück,
wenn es an einem Flohmarktstand
– vergeblich – keinen Käufer fand.
Wir schätzen, nutzen es erneut.
Sein Wert – selbst spät erkannt – erfreut.

Unterschiedliche Tage

Ein heller Sonnentag beflügelt,
während ein Regentag uns zügelt.
Wenn sich bei Sonne Kräfte regen
– im Trüben fehlt uns dies dagegen.
Wir sind tatkräftig in der Sonne
und tun – leichthändig – dies mit Wonne.
Ermutigt nun zu regem Schaffen,
verspüren wir kaum ein Erschlaffen.
Zu nutzen gilt es helle Zeiten,
eh' wir erneut am Dunkel leiden.

Anreiz

Blieb dir manche Welt verschlossen,
hat dich dies doch nicht verdrossen,
sondern lockte, zu ergründen,
wohin Wege zu ihr münden.
Bilder, die nur in dir schliefen,
reizen nun, sie zu vertiefen,
um von neuem zu erleben,
was sie dir fürs Leben geben.
So eröffnet eine Welt
Schätze neu, die sie enthält.

Lande im November

Die Tage sind nun Grau in Grau,
fern hoch am Himmel zartes Blau.
Die Blätter ruhen bunt, doch matt
als nasser Teppich vor uns – glatt.
Die Lande harren nunmehr schon
des nächsten Monats, wenn als Lohn
nach trüben Zeiten Lichter glüh' n,
denen wir froh entgegen zieh' n.